Antidekubitus- & Lagerungskissen: Arten, Auswahl & Zuschuss

Antidekubitus-Sitzkissen und Lagerungskissen verteilen den Druck und entlasten gefährdete Körperstellen – beim Sitzen wie im Liegen. Sie gehören zur Grundausstattung der Dekubitusprophylaxe. Hier finden Sie die Arten im Vergleich, Auswahlkriterien und den Weg zum Zuschuss.

Kurz gefasst
  • Sitzkissen: Gel & Luftkammer verteilen am besten; Schaum für geringeres Risiko
  • Lagerungskissen: für 30°-Lagerung, Fersenfreilagerung, Seitenlage
  • Zuschuss: auf Rezept über die Krankenkasse oder über die Pflegekasse
  • Wichtig: ersetzt nicht das Umlagern
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Warum Druckentlastung?

Dekubitus entsteht durch anhaltenden Druck auf Hautstellen über Knochen – beim Sitzen vor allem am Steißbein und an den Sitzbeinhöckern, im Liegen an Fersen, Kreuzbein und Hüften. Druckverteilende Kissen senken die Belastung an diesen Punkten und verlängern die sicheren Intervalle zwischen den Positionswechseln.

Antidekubitus-Sitzkissen

TypEigenschaftIdeal für
Gel-Kissengute Druckverteilung, stabil, pflegeleichtmittleres bis hohes Risiko
Luftkammer-/Würfelkissenbeste Druckverteilung, einstellbarhohes Risiko, langes Sitzen (Rollstuhl)
Visco-/Schaumkissengünstig, leicht, formt sich angeringes Risiko, kürzere Sitzzeiten
Kombi (Gel + Schaum)Komfort + DruckverteilungAlltag mit moderatem Risiko
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Gel-, Luftkammer- und Schaumkissen für Rollstuhl, Sessel und Stuhl.

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Lagerungskissen

Lagerungskissen helfen, im Liegen den Druck gezielt zu verteilen und Risikostellen freizulagern:

  • 30°-Schräglagerung: Keil-/Lagerungskissen hinter den Rücken
  • Fersen freilagern: Kissen unter die Waden (Fersen schweben frei)
  • Stabile Seitenlage: Stütz- und Lagerungsrollen
  • Beinhochlagerung: entlastet und fördert den Rückfluss

Die passenden Techniken zeigt der Ratgeber Lagerungstechniken.

Lagerungskissen für die Pflege

Keilkissen, Lagerungsrollen und Fersenkissen für die Dekubitusprophylaxe.

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Welches Kissen für wen?

  • Geringes Risiko, kurze Sitzzeiten: Visco-/Schaumkissen reichen oft.
  • Mittleres Risiko, mehrere Stunden sitzend: Gel- oder Kombikissen.
  • Hohes Risiko, Rollstuhl, ganztägiges Sitzen: Luftkammer-/Würfelkissen mit hoher Druckverteilung.
  • Bestehende Druckstelle am Gesäß/Steißbein: immer mit Pflegefachkraft oder Arzt abstimmen – siehe Dekubitus am Steißbein.

Im Liegen ist die Antidekubitus-Matratze der entscheidende Faktor; Lagerungskissen ergänzen sie gezielt.

Worauf beim Kauf achten

  • Druckverteilung passend zum Risiko (Gel/Luft bei hohem Risiko)
  • Belastbarkeit & Größe zur Person und zum Rollstuhl/Bett passend
  • Bezug atmungsaktiv, abwaschbar/desinfizierbar, möglichst inkontinenzgeeignet
  • Rutschfeste Unterseite

Zuschuss von Kranken- & Pflegekasse

Antidekubitus-Sitzkissen und Lagerungshilfen stehen im Hilfsmittelverzeichnis. Bei medizinischer Notwendigkeit verordnet der Arzt sie auf Rezept (Krankenkasse, abzüglich Zuzahlung); bei anerkanntem Pflegegrad kann die Pflegekasse zuständig sein. Auch die passende Antidekubitus-Matratze ist oft auf Rezept erhältlich.

Pflege & Reinigung der Kissen

  • Bezug regelmäßig abnehmen und nach Herstellerangabe waschen; bei Inkontinenz wasserabweisende, desinfizierbare Bezüge wählen.
  • Luftkammerkissen regelmäßig auf den korrekten Druck prüfen und nachjustieren.
  • Gel- und Schaumkissen auf Beschädigungen kontrollieren – ein durchgelegenes Kissen verliert die Schutzwirkung.
  • Auf Hygiene und Trockenheit achten – Feuchtigkeit auf der Haut erhöht das Dekubitusrisiko zusätzlich.

Häufige Fragen

Welches Antidekubitus-Sitzkissen ist das beste?

Es kommt auf Risiko und Sitzdauer an: Gel- und Luftkammerkissen verteilen den Druck am besten (hohes Risiko), Visco-Schaum ist günstiger für geringeres Risiko. Wichtig sind Druckverteilung, Größe und ein atmungsaktiver, abwaschbarer Bezug.

Wofür braucht man Lagerungskissen?

Um im Liegen den Druck zu verteilen und Risikostellen freizulagern – z. B. für die 30°-Lagerung, Fersenfreilagerung oder stabile Seitenlage. Zentrales Hilfsmittel der Dekubitusprophylaxe.

Zahlt die Kasse ein Antidekubitus-Kissen?

Ja, bei medizinischer Notwendigkeit auf Rezept (Krankenkasse, abzüglich Zuzahlung). Bei Pflegegrad kann auch die Pflegekasse zuständig sein.

Ersetzt ein Sitzkissen das Umlagern?

Nein. Auch das beste Kissen ersetzt nicht den regelmäßigen Positionswechsel – es verlängert nur die sicheren Intervalle. Bewegung bleibt die wichtigste Maßnahme.

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Coryn Högberg, ICW-Wundexpertin
Medizinisch geprüfter Inhalt

Medizinisch geprüft. Allgemeine Information, kein Ersatz für ärztliche/pflegerische Beratung. Bei bestehendem Dekubitus oder hohem Risiko Versorgung mit Pflegefachkraft oder Arzt abstimmen. Mehr zur Autorin

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