Wundversorgung in der häuslichen Pflege: Ratgeber für Angehörige

Warum Wundversorgung zu Hause so wichtig ist

Sie pflegen einen Angehörigen zu Hause und stehen vor einer Wunde, die einfach nicht heilen will? Sie sind nicht allein. In Deutschland pflegen rund 4,2 Millionen Menschen ihre Angehörigen zu Hause — und viele von ihnen werden irgendwann mit dem Thema Wundversorgung konfrontiert.

Ob es ein Druckgeschwür (Dekubitus) ist, das sich durch langes Liegen gebildet hat, ein offenes Bein, das seit Wochen nicht abheilt, oder eine kleine Verletzung am Fuß eines Diabetikers, die sich entzündet — die richtige Wundversorgung kann den Unterschied zwischen Heilung und schwerwiegenden Komplikationen machen.

Dabei fühlen sich viele pflegende Angehörige unsicher: Wann muss ich zum Arzt? Wie wechsle ich einen Verband richtig? Welche Materialien brauche ich? Und wer bezahlt das alles?

Genau für diese Fragen haben wir diesen Ratgeber geschrieben. Er richtet sich an pflegende Angehörige ohne medizinische Vorkenntnisse und erklärt in verständlicher Sprache alles, was Sie zur Wundversorgung zu Hause wissen müssen — von den Grundlagen der Hygiene über die häufigsten Wundarten bis hin zu Ihren Ansprüchen auf kostenlose Pflegehilfsmittel.

Wichtig zu wissen: Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei jeder neuen oder sich verschlechternden Wunde sollten Sie zunächst einen Arzt aufsuchen. Ziel dieses Ratgebers ist es, Ihnen das nötige Grundwissen zu vermitteln, damit Sie die verordnete Wundversorgung sicher und korrekt zu Hause durchführen können.

Grundlagen der häuslichen Wundversorgung

Bevor Sie eine Wunde versorgen, gibt es einige Grundregeln, die Sie unbedingt beachten sollten. Die wichtigste davon: Hygiene. Denn die häufigste Komplikation bei der Wundversorgung zu Hause ist die Wundinfektion — und die lässt sich mit einfachen Maßnahmen verhindern.

Hygiene-Grundregeln für die Wundversorgung

  • Hände waschen: Waschen Sie Ihre Hände vor und nach jeder Wundversorgung gründlich mit Seife — mindestens 30 Sekunden lang. Trocknen Sie sie mit einem sauberen Einmalhandtuch ab.
  • Hände desinfizieren: Nach dem Waschen die Hände mit einem Händedesinfektionsmittel einreiben. Achten Sie darauf, auch Fingerkuppen, Daumen und Zwischenräume einzubeziehen.
  • Einmalhandschuhe tragen: Tragen Sie bei jedem Verbandswechsel frische Einmalhandschuhe. Niemals die gleichen Handschuhe für verschiedene Tätigkeiten verwenden.
  • Saubere Arbeitsfläche: Legen Sie alle Materialien vor Beginn auf einer sauberen, desinfizierten Fläche bereit. Verwenden Sie dafür z.B. ein frisches Handtuch oder eine Einmalunterlage.
  • Materialien griffbereit haben: Bereiten Sie alles vor, bevor Sie den alten Verband entfernen: frische Wundauflage, Pflaster oder Fixierung, Desinfektionsmittel, Müllbeutel für den alten Verband.
Gut zu wissen: Einmalhandschuhe, Händedesinfektion und Flächendesinfektion erhalten Sie als pflegender Angehöriger kostenlos — als Teil der monatlichen Pflegehilfsmittel-Pauschale von 42 Euro. Mehr dazu weiter unten.

Wundarten erkennen: Akut oder chronisch?

Nicht jede Wunde ist gleich. Für die richtige Versorgung ist es wichtig zu verstehen, ob es sich um eine akute oder eine chronische Wunde handelt:

Akute Wunden Chronische Wunden
Entstehen plötzlich (Schnitt, Sturz, OP) Bestehen seit mehr als 8 Wochen
Heilen in der Regel innerhalb von 2-4 Wochen Heilen ohne Behandlung der Ursache nicht ab
Klare Ursache erkennbar Oft Folge einer Grunderkrankung
Versorgung meist unkompliziert Erfordern fachgerechte, oft langwierige Versorgung

Akute Wunden — wie ein Schnitt beim Kochen oder eine Schürfwunde nach einem Sturz — können Sie in den meisten Fällen selbst versorgen. Chronische Wunden hingegen erfordern immer eine ärztliche Abklärung und oft eine spezialisierte Wundversorgung. Gerade bei bettlägerigen oder älteren pflegebedürftigen Menschen treten chronische Wunden häufig auf.

Chronische Wunden verstehen

Eine Wunde gilt als chronisch, wenn sie trotz angemessener Versorgung nach etwa 8 Wochen keine deutlichen Heilungsfortschritte zeigt. In Deutschland leiden schätzungsweise 2,7 Millionen Menschen an chronischen Wunden — ein Problem, das mit zunehmendem Alter häufiger wird.

Was macht eine Wunde chronisch?

Chronische Wunden entstehen fast immer als Folge einer Grunderkrankung. Die Wunde selbst ist sozusagen nur das Symptom. Typische Ursachen sind:

  • Durchblutungsstörungen (arterielle oder venöse Erkrankungen)
  • Diabetes mellitus (geschädigte Nerven und Gefäße)
  • Dauerhafter Druck auf die Haut (bei Immobilität)
  • Geschwächtes Immunsystem (Alter, Medikamente, Erkrankungen)
  • Mangelernährung (fehlendes Eiweiß, Zink, Vitamin C für die Wundheilung)

Das bedeutet: Eine chronische Wunde kann nur dann dauerhaft heilen, wenn auch die zugrunde liegende Ursache behandelt wird. Die beste Wundauflage bringt wenig, wenn die Durchblutung nicht verbessert oder der Druck nicht entlastet wird.

Die 3 häufigsten chronischen Wunden

Im Pflegealltag begegnen Ihnen vor allem drei Arten chronischer Wunden:

  1. Dekubitus (Druckgeschwür): Entsteht durch anhaltenden Druck, vor allem bei bettlägerigen Menschen. Häufig an Steißbein, Fersen, Hüfte und Ellenbogen.
  2. Ulcus cruris (offenes Bein): Eine schlecht heilende Wunde am Unterschenkel, meist verursacht durch venöse Durchblutungsstörungen. Betrifft häufig ältere Menschen.
  3. Diabetisches Fußsyndrom: Durch Nervenschäden und Durchblutungsstörungen bei Diabetes entstehen unbemerkte Verletzungen am Fuß, die sich zu schweren Wunden entwickeln können.

In den folgenden Abschnitten gehen wir auf jede dieser Wundarten ausführlich ein.

Ausführlicher Ratgeber: Chronische Wunden

Einen detaillierten Überblick über alle Aspekte chronischer Wunden — von der Entstehung über die Diagnose bis zu modernen Behandlungsmethoden — finden Sie in unserem Spezial-Ratgeber:

Chronische Wunden: Der komplette Überblick

Dekubitus — Wenn Liegen zur Gefahr wird

Ein Dekubitus (umgangssprachlich: Wundliegen, Druckgeschwür) entsteht, wenn Haut und Gewebe durch anhaltenden Druck geschädigt werden. Besonders gefährdet sind Menschen, die sich nicht selbständig bewegen oder umlagern können — also viele pflegebedürftige Menschen zu Hause.

Die Gefahr: Was als kleine Hautrötung beginnt, kann sich ohne Gegenmaßnahmen innerhalb weniger Tage zu einer tiefen, schwer heilenden Wunde entwickeln.

Die 4 Stadien des Dekubitus

Stadium Was Sie sehen Was Sie tun sollten
Stadium 1 Hautrötung, die auf Fingerdruck nicht abblasst Sofort Druck entlasten, Arzt informieren
Stadium 2 Blase oder oberflächliche Hautschädigung Ärztliche Versorgung, Druckentlastung
Stadium 3 Tiefe Wunde bis in die Unterhaut Professionelle Wundversorgung, Arzt/Pflegedienst
Stadium 4 Tiefste Schädigung — Muskeln, Knochen betroffen Sofortige ärztliche Behandlung, ggf. Krankenhaus
Wichtig: Ein Dekubitus Stadium 1 (nicht wegdrückbare Rötung) ist ein medizinischer Notfall im Sinne der Pflege. Handeln Sie sofort: Entlasten Sie die betroffene Stelle vollständig und informieren Sie den behandelnden Arzt. Je früher ein Dekubitus erkannt wird, desto besser die Heilungschancen.

Die beste Behandlung des Dekubitus ist die Vorbeugung: Regelmäßiges Umlagern (mindestens alle 2 Stunden), druckentlastende Hilfsmittel (Spezialmatratzen, Sitzkissen), gute Hautpflege und ausreichende Ernährung sind die wichtigsten Maßnahmen.

Offenes Bein (Ulcus cruris) — Erkennen und richtig versorgen

Das sogenannte offene Bein (medizinisch: Ulcus cruris) ist eine der häufigsten chronischen Wunden in Deutschland. Es handelt sich um eine schlecht heilende Wunde am Unterschenkel, die in den meisten Fällen durch eine venöse Durchblutungsstörung verursacht wird.

Wie erkennt man ein Ulcus cruris?

Typische Anzeichen sind:

  • Eine offene, nässende Wunde am Unterschenkel, meist im Bereich des Innenknöchels
  • Bräunliche Hautverfärbungen um die Wunde herum
  • Geschwollene Beine, besonders abends (Ödeme)
  • Spannungsgefühl und Schweregefühl in den Beinen
  • Die Wunde heilt über Wochen oder Monate nicht ab

Warum heilt ein offenes Bein so schlecht?

Beim häufigsten Typ — dem venösen Ulcus cruris — funktionieren die Venenklappen in den Beinvenen nicht mehr richtig. Das Blut staut sich in den Unterschenkeln, der Druck in den Venen steigt, und die Haut wird schlecht mit Nährstoffen versorgt. Dadurch wird die Haut dünn und verletzlich, und selbst kleinste Verletzungen heilen nicht mehr ab.

Die Behandlung setzt deshalb an zwei Punkten an:

  1. Ursachenbehandlung: Kompressionstherapie (Kompressionsstrümpfe oder -verbände), um den venösen Rückfluss zu verbessern
  2. Wundversorgung: Moderne, feuchte Wundbehandlung mit geeigneten Wundauflagen
Achtung: Ein offenes Bein muss immer ärztlich abgeklärt werden. Es ist wichtig, zwischen venöser und arterieller Ursache zu unterscheiden — denn bei arteriellen Durchblutungsstörungen darf keine Kompression angelegt werden! Ihr Arzt wird eine Untersuchung der Gefäße (z.B. Doppler-Ultraschall) durchführen.

Diabetischer Fuß — Tägliche Kontrolle rettet Gliedmaßen

Das Diabetische Fußsyndrom ist eine der gefürchtetsten Komplikationen bei Diabetes mellitus — und einer der häufigsten Gründe für Amputationen in Deutschland. Rund 40.000 Amputationen pro Jahr gehen auf das Konto schlecht heilender Fußwunden bei Diabetikern. Viele davon wären vermeidbar.

Warum ist der diabetische Fuß so gefährlich?

Diabetes schädigt auf Dauer zwei Systeme, die für die Fußgesundheit entscheidend sind:

  • Die Nerven (Polyneuropathie): Die Betroffenen spüren Schmerz, Druck und Temperatur an den Füßen nicht mehr richtig. Eine Blase, ein kleiner Stein im Schuh oder eine Druckstelle bleibt unbemerkt — und wird zur offenen Wunde.
  • Die Blutgefäße: Die Durchblutung der Füße ist eingeschränkt. Wunden heilen schlecht, und Infektionen breiten sich schneller aus.

Das Tückische: Weil die Betroffenen keinen Schmerz spüren, werden Verletzungen oft erst bemerkt, wenn sie sich bereits infiziert haben oder tief ins Gewebe vorgedrungen sind.

Was pflegende Angehörige tun können

  • Tägliche Fußkontrolle: Schauen Sie sich die Füße Ihres Angehörigen jeden Tag genau an — Unterseite, Zehenzwischenräume, Fersen. Nutzen Sie einen Spiegel für schwer einsehbare Stellen.
  • Auf Veränderungen achten: Rötungen, Schwellungen, Blasen, Druckstellen, eingewachsene Zehennägel, Hautrisse — alles muss ernst genommen werden.
  • Füße richtig pflegen: Täglich waschen (nicht zu heiß!), gut abtrocknen (besonders Zehenzwischenräume), mit Feuchtigkeitscreme pflegen.
  • Passendes Schuhwerk: Keine engen oder drückenden Schuhe. Ggf. speziell angepasste Diabetiker-Schuhe (Verordnung durch den Arzt).
Sofort zum Arzt bei: Jeder noch so kleinen Verletzung an den Füßen eines Diabetikers. Was bei einem gesunden Menschen harmlos ist, kann beim Diabetiker innerhalb weniger Tage zu einer schweren Infektion führen. Warten Sie nicht ab, sondern handeln Sie sofort.

Schritt-für-Schritt: Wunde zu Hause versorgen

Sie haben vom Arzt oder Pflegedienst die Anleitung bekommen, den Verbandswechsel zu Hause selbst durchzuführen? Die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt Ihnen den grundlegenden Ablauf. Bitte beachten Sie dabei immer die individuellen Anweisungen Ihres Arztes, die Vorrang vor dieser allgemeinen Anleitung haben.

Vorbereitung

  1. Materialien bereitlegen: Frische Wundauflage, Fixierung (Pflaster, Mullbinde), sterile Kompressen, Wundspüllösung (z.B. NaCl 0.9% oder Ringer-Lösung), Einmalhandschuhe, Händedesinfektionsmittel, Abwurfbehälter für den alten Verband.
  2. Hände waschen und desinfizieren.
  3. Einmalhandschuhe anziehen.
  4. Patienten bequem lagern — die Wunde muss gut zugänglich sein.

Verbandswechsel durchführen

  1. Alten Verband vorsichtig entfernen. Wenn der Verband an der Wunde klebt, befeuchten Sie ihn mit steriler Kochsalzlösung. Niemals ruckartig abreißen!
  2. Wunde beurteilen: Wie sieht die Wunde aus? Hat sich etwas verändert? Gibt es Anzeichen einer Infektion (Rötung, Schwellung, Wärme, übler Geruch, Eiter)?
  3. Handschuhe wechseln — die Handschuhe, mit denen Sie den alten Verband entfernt haben, sind kontaminiert.
  4. Wunde spülen: Mit steriler Kochsalzlösung oder Ringer-Lösung von innen nach außen spülen. Nicht reiben oder schrubben.
  5. Wundumgebung reinigen und bei Bedarf trockentupfen.
  6. Neue Wundauflage auflegen — die Wundauflage muss die Wunde vollständig abdecken und 2-3 cm über den Wundrand hinausreichen.
  7. Verband fixieren — mit Pflasterstreifen oder Mullbinde. Der Verband sollte fest sitzen, aber nicht einschnüren.
  8. Alten Verband entsorgen, Handschuhe ausziehen, Hände desinfizieren.
Sofort den Arzt kontaktieren, wenn:
  • Die Wunde sich verschlechtert oder größer wird
  • Sie zunehmende Rötung, Schwellung oder Überwärmung beobachten
  • Eiter oder übelriechender Geruch aus der Wunde austritt
  • Der Patient Fieber entwickelt (über 38,5 °C)
  • Starke Schmerzen auftreten (auch bei sonst schmerzarmen Wunden)
  • Blutungen nicht zu stillen sind
Praxis-Tipp: Fotografieren Sie die Wunde bei jedem Verbandswechsel mit dem Smartphone. So können Sie dem Arzt bei der nächsten Visite genau zeigen, wie sich die Wunde entwickelt hat. Achten Sie auf gleiche Beleuchtung und gleichen Abstand für vergleichbare Bilder.

Pflegehilfsmittel — Was steht Ihnen zu?

Viele pflegende Angehörige wissen nicht, dass ihnen kostenlose Pflegehilfsmittel zustehen. Dabei ist der Anspruch gesetzlich verankert und die Beantragung unkompliziert.

Ihr Anspruch nach § 40 SGB XI

Wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind, haben Sie Anspruch auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch im Wert von bis zu 42 Euro pro Monat:

  • Es liegt ein anerkannter Pflegegrad (1-5) vor
  • Die pflegebedürftige Person wird zu Hause gepflegt (nicht im Pflegeheim)
  • Die Pflege wird durch Angehörige, Freunde oder einen ambulanten Pflegedienst durchgeführt

Was Sie kostenlos erhalten:

Pflegehilfsmittel Wofür?
Einmalhandschuhe (100 Stück) Hygienische Versorgung, Verbandswechsel
Händedesinfektionsmittel (500 ml) Keimreduktion vor und nach der Pflege
Flächendesinfektionsmittel (500 ml) Desinfektion von Pflegebett, Nachttisch, Bad
Bettschutzeinlagen Schutz der Matratze und Bettwäsche
Mundschutz Schutz bei Infektionsrisiko
Schutzschürzen Hygieneschutz bei der Körperpflege

Diese Produkte werden direkt mit der Pflegekasse abgerechnet — für Sie entstehen keinerlei Kosten. Die meisten Anbieter liefern die Pflegehilfsmittel monatlich als fertig zusammengestellte Pflegebox direkt zu Ihnen nach Hause.

Haben Sie Anspruch auf kostenlose Pflegehilfsmittel?

Prüfen Sie in nur 60 Sekunden, ob Sie Anspruch auf eine kostenlose Pflegebox im Wert von 42 Euro pro Monat haben.

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Einen vollständigen Überblick über alle Pflegehilfsmittel — auch technische Hilfsmittel wie Pflegebetten, Rollstühle und Gehhilfen — finden Sie in unserem ausführlichen Ratgeber:

Pflegebox-Vergleich — Die besten Anbieter

Wenn Sie Anspruch auf kostenlose Pflegehilfsmittel haben, stellt sich die Frage: Welcher Anbieter ist der richtige? Es gibt mittlerweile zahlreiche Pflegebox-Anbieter auf dem Markt, die sich in Qualität, Auswahl, Service und Flexibilität unterscheiden.

Die wichtigsten Unterschiede zwischen den Anbietern:

  • Produktqualität: Nicht alle Handschuhe und Desinfektionsmittel sind gleich. Einige Anbieter setzen auf Markenprodukte, andere auf Eigenmarken.
  • Zusammenstellung: Bei manchen Anbietern können Sie die Box individuell zusammenstellen, bei anderen erhalten Sie eine Standardbox.
  • Service: Wie einfach ist die Bestellung? Gibt es eine Hotline? Wie schnell wird geliefert?
  • Flexibilität: Können Sie die Zusammenstellung monatlich ändern? Können Sie pausieren?

Wir haben die bekanntesten Pflegebox-Anbieter für Sie verglichen — mit Bewertungen, Erfahrungsberichten und einer klaren Empfehlung:

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Wundversorgung und Krankenkasse — Was wird bezahlt?

Eine der häufigsten Fragen pflegender Angehöriger: Wer bezahlt die Materialien und Leistungen für die Wundversorgung? Die gute Nachricht: Die meisten Kosten werden von der Kranken- oder Pflegekasse übernommen. Allerdings ist das System nicht immer leicht zu durchschauen.

Was die Krankenkasse übernimmt

  • Ärztlich verordnete Verbandsmaterialien: Wundauflagen, sterile Kompressen, Fixiermaterial — wenn der Arzt sie auf Rezept verordnet (Hilfsmittelverzeichnis)
  • Häusliche Krankenpflege (§ 37 SGB V): Wenn der Arzt die Wundversorgung durch einen ambulanten Pflegedienst verordnet, trägt die Krankenkasse die Kosten
  • Moderne Wundauflagen: Auch hochwertige Produkte wie Schaumstoffverbände, Hydrokolloide oder Alginate können verordnet werden

Was die Pflegekasse übernimmt

  • Pflegehilfsmittel zum Verbrauch (§ 40 SGB XI): Bis zu 42 Euro monatlich für Handschuhe, Desinfektion etc.
  • Technische Pflegehilfsmittel: Pflegebett, Lagerungskissen, Anti-Dekubitus-Matratze — leihweise oder als Zuschuss
Praxis-Tipp: Lassen Sie sich von Ihrem Arzt immer ein Rezept für die benötigten Wundversorgungsmaterialien ausstellen. Kaufen Sie Materialien nicht auf eigene Kosten — in den meisten Fällen werden sie von der Krankenkasse bezahlt. Bei Ablehnung können Sie Widerspruch einlegen.

Alle Details zu den Kosten, Zuzahlungen und Ihren Rechten finden Sie in unserem ausführlichen Artikel:

Wunddokumentation — Warum sie so wichtig ist

Eine sorgfältige Dokumentation der Wundversorgung mag auf den ersten Blick wie unnötige Bürokratie wirken. In der Praxis ist sie jedoch eines der wichtigsten Werkzeuge für eine erfolgreiche Wundheilung:

  • Heilungsverlauf nachvollziehen: Wird die Wunde kleiner? Verändert sich das Aussehen? Ohne Dokumentation ist das kaum einzuschätzen, weil Veränderungen schleichend erfolgen.
  • Kommunikation mit dem Arzt: Mit einer guten Dokumentation (inklusive Fotos) kann Ihr Arzt den Verlauf beurteilen, ohne die Wunde selbst zu sehen — das spart Arztbesuche.
  • Frühzeitig Probleme erkennen: Eine Verschlechterung fällt in der Dokumentation sofort auf, sodass schnell reagiert werden kann.
  • Nachweis für die Krankenkasse: Bei Anträgen auf Hilfsmittel oder häusliche Krankenpflege ist eine Dokumentation oft hilfreich oder sogar erforderlich.

Was genau Sie dokumentieren sollten und wie Sie es einfach im Pflegealltag umsetzen, erfahren Sie in unserem praktischen Leitfaden:

Häufig gestellte Fragen zur Wundversorgung zu Hause

Wann sollte man mit einer Wunde zum Arzt?

Sie sollten mit einer Wunde zum Arzt gehen, wenn: die Wunde nach 2 Wochen nicht deutlich besser wird, Zeichen einer Infektion auftreten (zunehmende Rötung, Schwellung, Eiter, Fieber), die Wunde stark blutet und die Blutung nicht zu stillen ist, es sich um eine tiefe oder klaffende Wunde handelt, oder die Wunde durch einen Tierbiss verursacht wurde. Bei chronischen Wunden, die länger als 4-8 Wochen bestehen, ist eine ärztliche Abklärung dringend erforderlich.

Wer zahlt die Wundversorgung zu Hause?

Die Kosten für die Wundversorgung zu Hause werden in der Regel von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen, wenn ein Arzt die Behandlung verordnet hat. Dazu gehören ärztlich verordnete Verbandsmaterialien, häusliche Krankenpflege durch einen Pflegedienst (nach § 37 SGB V) sowie verschreibungspflichtige Wundauflagen. Zusätzlich haben Personen mit Pflegegrad Anspruch auf kostenlose Pflegehilfsmittel zum Verbrauch im Wert von bis zu 42 Euro pro Monat nach § 40 SGB XI.

Was sind Pflegehilfsmittel zum Verbrauch?

Pflegehilfsmittel zum Verbrauch sind Produkte, die bei der häuslichen Pflege regelmäßig benötigt und nach einmaliger Nutzung entsorgt werden. Dazu gehören: Einmalhandschuhe, Händedesinfektionsmittel, Flächendesinfektionsmittel, Bettschutzeinlagen (Einmal-Unterlagen), Mundschutz und Schutzschürzen. Personen mit anerkanntem Pflegegrad (1-5), die zu Hause gepflegt werden, erhalten diese Produkte kostenlos im Wert von bis zu 42 Euro monatlich von der Pflegekasse (§ 40 SGB XI).

Wie oft muss ein Verbandswechsel gemacht werden?

Die Häufigkeit des Verbandswechsels hängt von der Art der Wunde, dem verwendeten Verbandsmaterial und dem Heilungsverlauf ab. Als grobe Orientierung: Einfache akute Wunden benötigen einen täglichen Verbandswechsel. Bei modernen Wundauflagen (z.B. Schaumstoffverbände, Hydrokolloide) kann der Wechsel alle 2-4 Tage erfolgen. Stark nässende Wunden erfordern häufigere Wechsel. Grundsätzlich gilt: Der behandelnde Arzt oder die Wundversorgungsfachkraft legt das Wechselintervall individuell fest. Bei Anzeichen einer Infektion oder Durchfeuchtung des Verbands sollte sofort gewechselt werden.

Kann man chronische Wunden heilen?

Ja, viele chronische Wunden können heilen — allerdings braucht es Geduld, die richtige Behandlung und die Beseitigung der Ursache. Die Heilungschancen hängen stark von der Grunderkrankung ab: Ein Dekubitus kann bei konsequenter Druckentlastung und guter Wundversorgung vollständig abheilen. Beim Ulcus cruris venosum liegt die Heilungsrate bei fachgerechter Kompressionstherapie bei ca. 70-80%. Beim Diabetischen Fuß ist eine gute Blutzuckereinstellung entscheidend. Wichtig ist: Je früher eine chronische Wunde fachgerecht behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Welche Pflegehilfsmittel kann ich kostenlos bekommen?

Mit einem anerkannten Pflegegrad (1-5) und häuslicher Pflege haben Sie Anspruch auf kostenlose Pflegehilfsmittel zum Verbrauch im Wert von bis zu 42 Euro pro Monat. Diese umfassen: Einmalhandschuhe, Händedesinfektionsmittel, Flächendesinfektionsmittel, Bettschutzeinlagen, Mundschutz und Schutzschürzen. Sie können eine monatliche Pflegebox über einen Anbieter beantragen — dieser rechnet direkt mit der Pflegekasse ab. Es entstehen keine Kosten für Sie.

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Über 4 Millionen pflegende Angehörige in Deutschland haben Anspruch auf kostenlose Pflegehilfsmittel — viele wissen es nicht. Prüfen Sie jetzt in 60 Sekunden, ob auch Sie dazugehören.

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Coryn Högberg, ICW-Wundexpertin
Medizinisch geprüfter Inhalt

Die Inhalte dieses Ratgebers wurden sorgfältig auf Grundlage aktueller medizinischer Leitlinien recherchiert und redaktionell geprüft. Unsere Inhalte orientieren sich an den Empfehlungen der Initiative Chronische Wunden (ICW) e.V. und den Expertenstandards des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP). Mehr zur Autorin

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