Hand-Mund-Fuß-Krankheit: Symptome & Behandlung

Kleine Bläschen an den Händen, im Mund und an den Füßen — die Hand-Mund-Fuß-Krankheit gehört zu den häufigsten Infektionskrankheiten im Kindesalter. Besonders in Kita und Kindergarten verbreitet sie sich schnell. Auch wenn die Erkrankung meist harmlos verläuft, kann sie für Eltern beunruhigend sein. Was viele nicht wissen: Auch Erwachsene können betroffen sein — und die Inkubationszeit ist länger als gedacht. Dieser Ratgeber erklärt alles, was Sie wissen müssen: von den ersten Anzeichen im Anfangsstadium über die Ansteckungswege bis zu wirksamen Hausmitteln.

Was ist die Hand-Mund-Fuß-Krankheit?

Die Hand-Mund-Fuß-Krankheit (HFMK) ist eine virale Infektionskrankheit, die durch Enteroviren ausgelöst wird. Am häufigsten sind das Coxsackievirus A16 und das Enterovirus 71 verantwortlich. Die Erkrankung ist weltweit verbreitet und tritt vor allem im Spätsommer und Herbst gehäuft auf.

Zahlen und Fakten:
  • Betrifft vor allem Kinder unter 10 Jahren, Häufigkeitsgipfel bei 1–4 Jahren
  • Tritt gehäuft im Spätsommer und Herbst auf (Juli–Oktober)
  • Auch Erwachsene können erkranken — über 80 % der Fälle verlaufen bei ihnen asymptomatisch
  • Es gibt keine Impfung (in Europa) und keine spezifische antivirale Therapie
  • Meldepflicht besteht in Deutschland nur bei Ausbrüchen in Gemeinschaftseinrichtungen (nach § 34 IfSG)
  • Inkubationszeit: 3–10 Tage (meist 3–5 Tage)
  • Es existieren über 20 verschiedene Enteroviren, die HFMK auslösen können — eine Erkrankung schützt nur vor dem jeweiligen Virustyp

Inkubationszeit und Ansteckung

Die Inkubationszeit der Hand-Mund-Fuß-Krankheit — also die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten erster Symptome — beträgt in der Regel 3 bis 10 Tage. Am häufigsten zeigen sich die ersten Anzeichen nach 3 bis 5 Tagen.

Was passiert während der Inkubationszeit?

Obwohl in der Inkubationszeit noch keine sichtbaren Symptome auftreten, vermehrt sich das Virus bereits im Körper. Zunächst befallen die Enteroviren die Schleimhaut im Rachenraum und den Darm. Von dort gelangen sie in die Blutbahn (Virämie) und verteilen sich im Körper — unter anderem in die Haut an Händen, Füßen und in die Mundschleimhaut.

Wichtig: Bereits während der Inkubationszeit kann das Virus übertragen werden. Infizierte Personen sind also ansteckend, bevor sie selbst wissen, dass sie erkrankt sind. Das ist einer der Gründe, warum sich die Krankheit in Gemeinschaftseinrichtungen so schnell verbreitet.

Ansteckungszeitraum im Überblick

  • Vor Symptombeginn: Bereits 1–2 Tage vor den ersten Symptomen ansteckend
  • Akute Phase (Woche 1): Höchste Ansteckungsgefahr — besonders über Bläschenflüssigkeit und Speichel
  • Nach Abklingen der Symptome: Virus wird noch bis zu 4 Wochen über den Stuhl ausgeschieden
  • Atemwege: Virusausscheidung über Tröpfchen für 1–3 Wochen nach Symptombeginn

Übertragungswege im Detail

  • Tröpfcheninfektion: Beim Husten, Niesen oder Sprechen gelangen virushaltige Tröpfchen in die Luft und werden von anderen eingeatmet
  • Bläschenflüssigkeit: Die Flüssigkeit in den Hautbläschen enthält hohe Viruskonzentrationen. Direkter Kontakt mit geplatzten Bläschen ist hochansteckend
  • Schmierinfektion: Über kontaminierte Oberflächen, Spielzeug, Türgriffe, Wechselunterlagen
  • Fäkal-oral: Das Virus wird über den Stuhl ausgeschieden. Beim Wickeln, auf der Toilette oder bei unzureichender Handhygiene ist eine Übertragung möglich
  • Speichel: Gemeinsam benutzte Gläser, Besteck oder Schnuller können das Virus übertragen
Hygienemaßnahmen zur Vermeidung: Die wichtigsten Maßnahmen zur Vermeidung einer Ansteckung: Händewaschen mit Seife (mindestens 20 Sekunden), besonders nach dem Toilettengang und Wickeln. Kontaminierte Oberflächen desinfizieren. Kein gemeinsames Besteck, Gläser oder Handtücher verwenden. Erkrankte Kinder von Gemeinschaftseinrichtungen fernhalten.

Ansteckung und Übertragung

Die Hand-Mund-Fuß-Krankheit ist hochansteckend. Die Übertragung erfolgt auf verschiedenen Wegen:

Übertragungswege

  • Tröpfcheninfektion: Beim Husten, Niesen oder Sprechen
  • Schmierinfektion: Über Bläschenflüssigkeit, Speichel oder Stuhl — z. B. beim Wickeln, über kontaminierte Oberflächen oder gemeinsam benutzte Spielzeuge
  • Fäkal-oral: Das Virus wird über den Stuhl ausgeschieden und kann bei unzureichender Handhygiene übertragen werden

Wie lange ist man ansteckend?

  • Inkubationszeit: 3–7 Tage (manchmal bis zu 14 Tage)
  • Höchste Ansteckungsgefahr: In der ersten Woche nach Symptombeginn — besonders über die Bläschenflüssigkeit
  • Virusausscheidung im Stuhl: Kann über Wochen anhalten (bis zu 4 Wochen), auch wenn die Symptome längst abgeklungen sind
Wichtig für Schwangere: Obwohl die Hand-Mund-Fuß-Krankheit in den allermeisten Fällen harmlos verläuft, sollten Schwangere den Kontakt mit Erkrankten möglichst meiden — besonders kurz vor der Geburt. In seltenen Fällen kann das Virus während der Geburt auf das Neugeborene übertragen werden. Bei Kontakt informieren Sie Ihren Frauenarzt.

Symptome und Verlauf im Detail

Die Hand-Mund-Fuß-Krankheit verläuft in einem charakteristischen Muster, das sich in mehrere Phasen unterteilen lässt. Nicht bei jedem Betroffenen treten alle Symptome auf — etwa ein Drittel der Infektionen verläuft asymptomatisch.

Hand-Mund-Fuß-Krankheit Verlauf: Tag 1 bis 7 von Fieber bis Abheilung
Typischer Verlauf der Hand-Mund-Fuß-Krankheit über 7 Tage

Phase 1: Prodromalphase (Tag 1–2)

Die Erkrankung beginnt mit unspezifischen, grippeartigen Symptomen:

  • Leichtes bis mäßiges Fieber (38–39 °C, selten höher)
  • Halsschmerzen und ein raues, kratziges Gefühl im Rachen
  • Appetitlosigkeit — Kinder verweigern häufig das Essen
  • Allgemeines Krankheitsgefühl, Müdigkeit, Reizbarkeit
  • Gelegentlich Bauchschmerzen oder leichter Durchfall

In dieser Phase ist die Krankheit häufig noch nicht als Hand-Mund-Fuß-Krankheit erkennbar. Viele Eltern denken zunächst an eine gewöhnliche Erkältung.

Phase 2: Enanthem — Bläschen im Mund (Tag 2–4)

Nach 1–2 Tagen entwickeln sich die typischen Mundschleimhautveränderungen:

  • Schmerzhafte, rötliche Flecken auf der Zunge, am Gaumen und an der Wangeninnenseite
  • Rasche Entwicklung zu Bläschen (Vesikel), die aufbrechen und flache, schmerzhafte Aphten (Geschwüre) hinterlassen
  • Größe der Aphten: 2–8 mm
  • Starke Schmerzen beim Essen, Trinken und Schlucken
  • Vermehrter Speichelfluss bei Kleinkindern

Phase 3: Exanthem — Hautausschlag (Tag 3–5)

Kurz nach oder gleichzeitig mit den Mundbläschen erscheint der typische Hautausschlag:

  • Handinnenflächen und Fußsohlen: Flache, rote Flecken (Makulae), die sich zu kleinen, mit klarer Flüssigkeit gefüllten Bläschen entwickeln
  • Finger und Zehen: Häufig betroffen, besonders die Seiten und Rücken
  • Gesäß: Bei Säuglingen und Kleinkindern häufig ein begleitender Ausschlag
  • Knie, Ellenbogen, Genitalbereich: Gelegentlich mitbetroffen
  • Der Ausschlag juckt in der Regel nicht (Unterschied zu Windpocken)

Phase 4: Abheilung (Tag 5–10)

  • Fieber klingt in der Regel nach 1–3 Tagen ab
  • Mundbliäschen heilen innerhalb von 5–7 Tagen
  • Hautbläschen trocknen ein und bilden Krusten, die nach 7–10 Tagen abheilen
  • Die Abheilung erfolgt narbenlos

Seltene Komplikationen im Verlauf

In den allermeisten Fällen verläuft die Hand-Mund-Fuß-Krankheit harmlos. In seltenen Fällen können jedoch ernste Komplikationen auftreten:

  • Virale Meningitis (Hirnhautentzündung): Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Lichtempfindlichkeit. Meist gutartig, aber ärztliche Kontrolle erforderlich
  • Enzephalitis (Gehirnentzündung): Extrem selten in Europa, häufiger bei Enterovirus 71 in Asien. Anzeichen: Verwirrtheit, Bewusstseinsstörung, Krampfanfälle
  • Myokarditis (Herzmuskelentzündung): Sehr selten. Anzeichen: Atemnot, Brustschmerzen, schneller Puls
  • Akute schlaffe Lähmung: Extrem selten, ähnelt einer Polio-Erkrankung

Symptome bei Kindern und Erwachsenen

Typischer Verlauf bei Kindern

Die Krankheit beginnt meist mit unspezifischen Symptomen:

  1. Tag 1–2: Leichtes Fieber (38–39 °C), Halsschmerzen, Appetitlosigkeit, allgemeines Krankheitsgefühl
  2. Tag 2–3: Schmerzhafte Bläschen und Aphten an der Mundschleimhaut — Zunge, Gaumen, Wangeninnenseite
  3. Tag 3–5: Hautausschlag mit kleinen roten Flecken oder Bläschen an den Handflächen, Fußsohlen und manchmal am Gesäß
  4. Tag 7–10: Abklingen der Symptome, Bläschen trocknen ein und heilen narbenlos ab

Typische Merkmale des Ausschlags

  • Kleine (2–5 mm) rote Flecken, die sich zu Bläschen mit klarer Flüssigkeit entwickeln können
  • An den Händen und Füßen eher flach, linsenförmig
  • An der Mundschleimhaut: schmerzhafte Aphten (oberflächliche Geschwüre)
  • Der Ausschlag juckt meist nicht (im Gegensatz zu Windpocken)
  • Kann auch am Gesäß, Knie, Ellenbogen oder im Genitalbereich auftreten

Symptome bei Erwachsenen

Auch Erwachsene können an der Hand-Mund-Fuß-Krankheit erkranken. Der Verlauf ist oft milder, kann aber variieren:

  • Häufig nur leichte oder gar keine Symptome (asymptomatischer Verlauf)
  • Wenn Symptome: ähnlich wie bei Kindern, aber Mundschmerzen oft stärker
  • Hautausschlag manchmal weniger ausgeprägt
  • Allgemeines Krankheitsgefühl, Müdigkeit

Spätfolge: Nagelveränderungen

Einige Wochen nach der Erkrankung kann es zu Nagelveränderungen kommen — die Nägel werden brüchig, blättern ab oder zeigen Querrillen (Beau-Linien). In manchen Fällen lösen sich Finger- oder Fußnägel vollständig ab (Onychomadese). Das sieht beunruhigend aus, ist aber harmlos — die Nägel wachsen vollständig nach.

Hand-Mund-Fuß-Krankheit bei Erwachsenen

Die Hand-Mund-Fuß-Krankheit wird oft als reine Kinderkrankheit wahrgenommen — das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Auch Erwachsene können sich infizieren, besonders wenn sie als Kind keinen Kontakt mit dem jeweiligen Virustyp hatten. Eltern kleiner Kinder sind die am häufigsten betroffene Erwachsenengruppe.

Wie häufig erkranken Erwachsene?

Studien zeigen, dass über 80 % der Erwachsenen, die sich mit den Erregern infizieren, asymptomatisch bleiben — sie tragen das Virus, entwickeln aber keine sichtbaren Symptome. Das bedeutet allerdings auch, dass sie das Virus unwissentlich weitergeben können.

Symptome bei Erwachsenen im Detail

Wenn Erwachsene Symptome entwickeln, unterscheiden sie sich teilweise von denen bei Kindern:

  • Mundbläschen: Oft schmerzhafter als bei Kindern, stärkere Beeinträchtigung beim Essen und Sprechen
  • Hautausschlag: Kann weniger ausgeprägt sein, tritt aber auch an untypischen Stellen auf (Unterschenkel, Oberschenkel)
  • Fieber: Häufig milder als bei Kindern (37,5–38,5 °C)
  • Allgemeinsymptome: Stärkeres Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen
  • Gelenkschmerzen: Gelegentlich berichtet, bei Kindern selten

Arbeitsunfähigkeit und Dauer

Erkrankte Erwachsene sind in der Regel für etwa 1 Woche arbeitsunfähig. Die größten Einschränkungen verursachen die schmerzhaften Mundbliäschen, die das Essen, Trinken und Sprechen stark beeinträchtigen können. Berufe mit viel Kundenkontakt oder Lebensmittelverarbeitung erfordern besondere Rücksicht auf die Ansteckungsgefahr.

Risikofaktoren für einen schweren Verlauf bei Erwachsenen

  • Immunschwäche: Bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem (HIV, Chemotherapie, Immunsuppression) kann die Erkrankung deutlich schwerer verlaufen und länger andauern
  • Schwangerschaft: Besondere Vorsicht ist geboten, da eine Übertragung auf das Neugeborene möglich ist
  • Chronische Hauterkrankungen: Bei Neurodermitis oder Psoriasis kann der Hautausschlag verstärkt auftreten

Besonderheit: Nagelverlust bei Erwachsenen

Die Onychomadese (Nagelablösung) tritt bei Erwachsenen genauso auf wie bei Kindern — 4 bis 8 Wochen nach der Erkrankung. Die Fingernägel oder Fußnägel lösen sich teilweise oder vollständig ab. Für viele Erwachsene ist das besonders belastend, da es im beruflichen Umfeld auffällt. Wichtig zu wissen: Der Nagelverlust ist schmerzlos und vollständig reversibel. Neue Nägel wachsen innerhalb von 3–6 Monaten nach.

Tipp für Erwachsene: Wenn Sie vermuten, sich bei Ihrem Kind angesteckt zu haben: Beobachten Sie sich selbst für 3–10 Tage. Achten Sie auf Halsschmerzen, Bläschen im Mund oder an den Händen. Auch ohne sichtbare Symptome können Sie ansteckend sein — verstärkte Handhygiene ist daher besonders wichtig.

Hand-Mund-Fuß-Krankheit: Bilder und Anfangsstadium

Viele Eltern suchen nach Bildern, um den Ausschlag ihres Kindes einzuordnen. Da es verschiedene Krankheiten mit ähnlichen Symptomen gibt, ist das Erkennen der typischen Stadien besonders wichtig. Hier beschreiben wir die einzelnen Entwicklungsstadien des Ausschlags im Detail.

Anfangsstadium: So erkennen Sie die ersten Anzeichen

Im Anfangsstadium (Tag 2–3 nach Symptombeginn) zeigen sich:

  • Kleine, rote Flecken (Makulae): 2–3 mm groß, flach, leicht gerötet
  • Lokalisation: Zunächst im Mundbereich (Zunge, Gaumen), dann an den Handflächen und Fußsohlen
  • Verwechslungsgefahr: In diesem Stadium werden die Flecken häufig mit Mückenstichen, einer Allergie oder Hitzepickeln verwechselt
  • Schmerzempfinden: Die Flecken im Mund können bereits jetzt brennen, die Hautflecken sind meist noch schmerzfrei
So erkennen Sie die Krankheit im Anfangsstadium: Das wichtigste Erkennungsmerkmal im Anfangsstadium ist die Kombination aus: roten Flecken an den Handflächen/Fußsohlen UND schmerzhaften Stellen im Mund UND leichtem Fieber. Wenn alle drei Symptome zusammen auftreten, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um die Hand-Mund-Fuß-Krankheit.

Fortgeschrittenes Stadium: Bläschenbildung

Innerhalb von 1–2 Tagen entwickeln sich aus den roten Flecken die typischen Bläschen:

  • Bläschen (Vesikel): 3–7 mm groß, mit klarer bis leicht trüber Flüssigkeit gefüllt
  • Form: An den Händen und Füßen eher länglich-oval, linsenförmig; im Mund eher rundlich
  • Umgebung: Oft von einem rötlichen Hof (Erythem) umgeben
  • An den Händen: Besonders an den Fingerseiten, Handflächen und zwischen den Fingern
  • An den Füßen: Vor allem an den Fußsohlen, Fersen und seitlich am Fuß
  • Im Mund: Bläschen platzen schnell auf und hinterlassen schmerzhafte, weißlich-gelbe Aphten mit rotem Rand

Abheilungsphase: Krustenbildung

Ab Tag 5–7 beginnt die Abheilung:

  • Eintrocknen: Die Bläschen trocknen von der Mitte her ein
  • Krustenbildung: Es bilden sich dünne, bräunliche Krusten
  • Hautschälung: Die Haut an Händen und Füßen kann sich leicht schälen
  • Mundaphten: Heilen innerhalb von 5–7 Tagen narbenlos ab
  • Keine Narben: Sofern die Bläschen nicht aufgekratzt werden, heilt alles narbenlos ab

Atypische Verläufe

Nicht jeder Verlauf sieht lehrbuchartig aus. Häufige Abweichungen:

  • Nur Mundbläschen: Manchmal fehlt der Hautausschlag an Händen/Füßen
  • Verbreiteter Ausschlag: Bei manchen Kindern breitet sich der Ausschlag auf Arme, Beine, Gesäß und Gesicht aus
  • Großbläsig: Selten können die Bläschen ungewöhnlich groß werden (über 1 cm), besonders bei Coxsackievirus A6
  • Ohne Fieber: Manche Kinder entwickeln den typischen Ausschlag ohne vorhergehendes Fieber

Verlauf und Dauer

Die Hand-Mund-Fuß-Krankheit verläuft in den allermeisten Fällen mild und selbstlimitierend:

  • Fieber: 1–3 Tage
  • Mundbliäschen: 5–7 Tage (am schmerzhaftesten in den ersten 3 Tagen)
  • Hautausschlag: 7–10 Tage bis zur vollständigen Abheilung
  • Gesamtdauer: Meist 7–10 Tage
  • Nagelveränderungen: Falls vorhanden, 4–8 Wochen nach der Erkrankung, Nachwachsen in 3–6 Monaten

Diagnose

Die Diagnose wird in der Regel klinisch gestellt — anhand der typischen Symptomkombination aus Mundbläschen und Hautausschlag an Händen/Füßen. Laboruntersuchungen sind normalerweise nicht erforderlich.

Bei unklaren Fällen kann das Virus im Rachenabstrich, Stuhl oder Bläschenflüssigkeit mittels PCR nachgewiesen werden.

Abgrenzung zu ähnlichen Erkrankungen

  • Windpocken: Ausschlag am ganzen Körper (nicht nur Hände/Füße), stärker juckend
  • Herpangina: Nur Mundbläschen, kein Hautausschlag an Händen/Füßen
  • Herpes simplex: Bläschen meist gruppiert an einer Stelle (Lippen)
  • Allergischer Ausschlag: Kein Fieber, keine Mundbläschen, meist juckend

Behandlung und Hausmittel

Eine spezifische antivirale Therapie gibt es nicht — es handelt sich also um eine rein symptomatische Behandlung. Es gibt keine Medikamente, die das Virus direkt bekämpfen. Die Behandlung zielt darauf ab, die Beschwerden zu lindern und Komplikationen (vor allem Austrocknung) zu vermeiden.

Medikamentöse Behandlung

  • Fieber und Schmerzen: Ibuprofen oder Paracetamol (altersgerecht dosiert). Ibuprofen wirkt zusätzlich entzündungshemmend und ist daher oft die erste Wahl
  • Mundschmerzen: Betäubende Mundgels (z. B. mit Lidocain) vor den Mahlzeiten — nach ärztlicher Rücksprache. Achtung: Bei Säuglingen und Kleinkindern ist Lidocain mit Vorsicht anzuwenden
  • Mundbäder: Salbei- oder Kamillentee (lauwarm) als Mundspülung — wirkt leicht entzündungshemmend und beruhigend
  • Antiseptische Mundspülungen: Bei älteren Kindern und Erwachsenen können Chlorhexidin-Mundspülungen helfen, eine bakterielle Superinfektion zu verhindern

Hausmittel und Praxistipps

  • Kühle, weiche Nahrung: Joghurt, Pudding, Brei, püriertes Obst — keine sauren, scharfen oder heißen Speisen
  • Kalte Getränke: Eiswasser, kalter Kamillentee, Eis am Stiel — lindert die Mundschmerzen und liefert Flüssigkeit
  • Ausreichend trinken: Besonders wichtig! Kinder trinken wegen der Mundschmerzen oft zu wenig. Häufig kleine Mengen anbieten
  • Kühlende Umschläge: Feuchte, kühle Tücher auf den Hautausschlag können lindernd wirken
  • Weiche Zahnbürste: Mundpflege beibehalten, aber sanft
  • Kamillentee-Mundspülung: 2–3 Beutel Kamillentee in 250 ml Wasser, abkühlen lassen, als Spülung oder zum Gurgeln verwenden
  • Bläschen an den Händen: Nicht aufstechen! Sie heilen von allein ab. Saubere, lockere Kleidung tragen
  • Salbeitee: Wirkt adstringierend und kann die Abheilung der Mundaphten unterstützen
Trinktipp für Kinder mit Mundschmerzen: Bieten Sie Ihrem Kind Flüssigkeit über einen Strohhalm an — so umgeht die Flüssigkeit die schmerzhaften Stellen im Mund besser. Eis am Stiel (gern auch aus Fruchtsaft selbst gemacht) ist bei Kindern beliebt und lindert gleichzeitig die Schmerzen.

Wann zum Arzt?

Die Hand-Mund-Fuß-Krankheit heilt in den meisten Fällen von selbst aus. Es gibt jedoch Situationen, in denen Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen sollten. Achten Sie besonders auf folgende Warnsignale:

Sofort zum Arzt, wenn:
  • Hohes Fieber über 39 °C, das länger als 3 Tage anhält oder nicht auf fiebersenkende Mittel anspricht
  • Ihr Kind seit über 24 Stunden kaum trinkt oder die Flüssigkeit komplett verweigert
  • Zeichen der Austrocknung: Seltenes Wasserlassen (weniger als 3 nasse Windeln in 24 Stunden), trockene Lippen, eingefallene Augen, weinerlich ohne Tränen
  • Nackensteifigkeit auftritt — ein mögliches Zeichen einer Meningitis
  • Ihr Kind zunehmend schläfrig, verwirrt oder nicht ansprechbar wirkt
  • Krampfanfälle auftreten
  • Sich das allgemeine Befinden nach einer vorübergehenden Besserung erneut verschlechtert
  • Sie schwanger sind und Kontakt mit einem Erkrankten hatten
  • Bei Erwachsenen: starke Gelenkschmerzen, Atemnot oder Brustschmerzen

Wenn Sie unsicher sind, ob ein Arztbesuch nötig ist, nutzen Sie unseren Wund-Check für eine erste Einschätzung oder kontaktieren Sie Ihren Kinderarzt telefonisch.

Mögliche Komplikationen

Komplikationen sind bei der Hand-Mund-Fuß-Krankheit in Deutschland sehr selten. Mögliche Komplikationen umfassen:

  • Dehydration (Austrocknung): Häufigste Komplikation — weil Kinder wegen der Mundschmerzen zu wenig trinken. Achten Sie auf seltenes Wasserlassen und trockene Lippen
  • Bakterielle Superinfektion: Wenn Bläschen aufgekratzt werden und sich entzünden
  • Nageläblösung (Onychomadese): Harmlos, aber für Eltern beunruhigend. Nägel wachsen vollständig nach
  • Neurologische Komplikationen: Extrem selten in Europa, häufiger in Asien bei Enterovirus 71 — Meningitis, Enzephalitis, Hirnstammentzündung

Vorbeugung und Hygiene

Da es keine Impfung gegen die Hand-Mund-Fuß-Krankheit gibt, ist Hygiene die wichtigste Vorbeugungsmaßnahme:

  • Gründliches Händewaschen: Mit Seife, mindestens 20 Sekunden — besonders nach dem Toilettengang, dem Wickeln und vor dem Essen
  • Desinfektion: Häufig berührte Oberflächen (Türklinken, Spielzeug, Wickeltisch) regelmäßig reinigen
  • Kontakt meiden: Erkrankte Kinder sollten engen Kontakt zu anderen Kindern möglichst vermeiden
  • Nicht aus einem Glas trinken: Keine Bestecke, Handtücher oder Trinkgefäße teilen
  • Bläschenflüssigkeit: Bläschen nicht aufstechen — die Flüssigkeit ist hochansteckend

Kita und Schule — Wann darf mein Kind wieder hin?

In Deutschland gibt es kein gesetzliches Besuchsverbot für Gemeinschaftseinrichtungen bei der Hand-Mund-Fuß-Krankheit (anders als z. B. bei Masern). Das Robert Koch-Institut empfiehlt jedoch:

  • Kranke Kinder sollten bis zum Abklingen der Symptome zu Hause bleiben
  • Mindestens so lange, bis die Bläschen eingetrocknet sind (meist nach 7–10 Tagen)
  • Das Kind sollte sich wieder wohlfühlen und fieberfrei sein
  • Viele Kitas haben eigene Regelungen — informieren Sie die Einrichtung über die Erkrankung
Erneute Erkrankung möglich: Eine durchgemachte Hand-Mund-Fuß-Krankheit schützt nur vor dem spezifischen Virustyp, der die Erkrankung ausgelöst hat. Da es über 20 verschiedene Enteroviren gibt, die HFMK verursachen können, kann Ihr Kind mehrfach daran erkranken — auch innerhalb einer Saison.

Häufige Fragen zur Hand-Mund-Fuß-Krankheit

Wie lange ist die Hand-Mund-Fuß-Krankheit ansteckend?

Die höchste Ansteckungsgefahr besteht in der ersten Woche nach Symptombeginn. Über die Bläschenflüssigkeit und den Speichel ist das Virus besonders leicht übertragbar. Im Stuhl kann das Virus jedoch noch bis zu 4 Wochen nach Abklingen der Symptome nachweisbar sein. Gründliche Handhygiene ist daher auch nach der Genesung wichtig.

Können Erwachsene Hand-Mund-Fuß bekommen?

Ja. Erwachsene können sich anstecken, besonders wenn sie als Kind keinen Kontakt mit dem jeweiligen Virustyp hatten. Über 80 % der Infektionen verlaufen bei Erwachsenen asymptomatisch. Wenn Symptome auftreten, sind sie oft milder, können aber bei Immunschwäche auch schwerer ausfallen. Besonders Eltern kleiner Kinder sind gefährdet, da sie engen Kontakt zu erkrankten Kindern haben.

Wie lange ist die Inkubationszeit bei Hand-Mund-Fuß?

Die Inkubationszeit beträgt 3 bis 10 Tage, in den meisten Fällen 3 bis 5 Tage. In dieser Zeit vermehrt sich das Virus bereits im Körper, und Betroffene können schon 1–2 Tage vor dem Auftreten erster Symptome ansteckend sein. Deshalb ist es schwierig, die Verbreitung in Gemeinschaftseinrichtungen vollständig zu verhindern.

Wie sieht Hand-Mund-Fuß im Anfangsstadium aus?

Im Anfangsstadium zeigen sich kleine, rote Flecken von 2–3 mm an den Handflächen, Fußsohlen und im Mundbereich. Diese flachen Flecken entwickeln sich innerhalb von 1–2 Tagen zu wassergefüllten Bläschen. Im Mund entstehen schmerzhafte Aphten. Das Erkennungsmerkmal ist die Kombination aus Hautflecken an Händen/Füßen plus Mundbläschen plus leichtem Fieber.

Ist Hand-Mund-Fuß gefährlich in der Schwangerschaft?

In den allermeisten Fällen verläuft die Erkrankung auch in der Schwangerschaft harmlos. In seltenen Fällen kann eine Infektion kurz vor oder während der Geburt auf das Neugeborene übertragen werden. Wenn Sie schwanger sind und Kontakt mit einem Erkrankten hatten, informieren Sie Ihren Frauenarzt.

Darf mein Kind mit Hand-Mund-Fuß baden?

Ja, Baden ist erlaubt und kann sogar angenehm sein. Verwenden Sie lauwarmes Wasser und milde, parfümfreie Zusätze. Zu heißes Wasser vermeiden. Nach dem Baden die Haut sanft trocken tupfen, nicht rubbeln. Beachten Sie: Badewasser sollte nicht geteilt werden (Geschwister nicht zusammen baden).

Mein Kind will wegen der Mundschmerzen nicht essen — was tun?

Trinken ist wichtiger als Essen. Bieten Sie kühle, weiche Nahrung an: Joghurt, Pudding, Banane, Brei. Vermeiden Sie alles Saure (Orangensaft!), Salzige oder Scharfe. Eis am Stiel lindert die Schmerzen und liefert Flüssigkeit. Wenn Ihr Kind trotzdem sehr wenig trinkt, kann ein betäubendes Mundgel (ärztlich verordnet) vor den Mahlzeiten helfen.

Können die Nägel nach Hand-Mund-Fuß abfallen?

Ja, bei einigen Kindern und Erwachsenen kommt es 4–8 Wochen nach der Erkrankung zum Ablösen von Finger- oder Fußnägeln (Onychomadese). Das sieht beunruhigend aus, ist aber harmlos und schmerzlos. Die Nägel wachsen innerhalb von 3–6 Monaten vollständig nach. Eine Behandlung ist nicht erforderlich.

Wie wird Hand-Mund-Fuß behandelt?

Es gibt keine spezifische antivirale Therapie. Die Behandlung ist rein symptomatisch: Fiebersenkende Mittel (Ibuprofen oder Paracetamol), Mundspülungen mit Kamillentee, kühle weiche Nahrung und ausreichend Flüssigkeit. Bei starken Mundschmerzen können betäubende Mundgels nach ärztlicher Rücksprache helfen.

Wann sollte ich mit meinem Kind zum Arzt?

Suchen Sie einen Arzt auf bei: hohem Fieber über 39 °C (länger als 3 Tage), wenn Ihr Kind seit über 24 Stunden kaum trinkt, bei Nackensteifigkeit, zunehmender Schläfrigkeit oder Verwirrtheit, bei Krampfanfällen oder wenn sich der Zustand nach vorübergehender Besserung erneut verschlechtert.

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Coryn Högberg, ICW-Wundexpertin
Medizinisch geprüfter Inhalt

Dieser Artikel wurde von der medizinischen Redaktion von sign-med.de erstellt und basiert auf Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI), der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) und aktueller Fachliteratur. Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen nicht die individuelle ärztliche Beratung. Mehr zur Autorin

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